Madagascar 2

| Jörg Schiffauer |

Die tierischen Bewohner des Zoos machen erneut die Wildnis unsicher.

Nach Madagaskar hatte es Löwe Alex, Star des Zoos von New York und seine Spießgesellen, Zebra Marty, Giraffe Melman und Nilpferd Gloria, unfreiwillig verschlagen. Doch so unterhaltsam der Aufenthalt im Reich der Lemuren mit ihrem König Julien auch war, die vier zieht es schließlich doch wieder in heimatliche Gefilde. Doch das von den ebenso listigen wie verschlagenen Pinguinen notdürftig zusammengebaute Flugzeug schafft es nicht weit, der Rückflug endet mit einer Notlandung im Herzen Afrikas – mitten in einem Reservat. Doch wilde Tiere, die in einem Zoo sozialisiert wurden, haben so ihre Schwierigkeiten, sich in der Wildnis  zurechtzufinden und mit ihren Artgenossen auszukommen.

Mit den elaborierten, voller Subtexte steckenden Produktionen aus dem Hause Pixar haben die Filme aus der Animation-Abteilung von DreamWorks nicht viel gemeinsam, das Sequel zu Madagascar bildet da keine Ausnahme. Was den Animationsstil betrifft, orientiert sich Madagascar: Escape 2 Africa an einer schrägen, knallbunt überzeichneten Comic-Ästhetik, die den wahnwitzigen Grundton, der den Film konsequent durchzieht,  visuell kongenial widerspiegelt. Es ist ein Streifzug quer durch diverse Filmgenres, den die tierischen Helden mit ihren allzu menschlichen Problemen unternehmen und dabei keinen Zweifel darüber lassen, dass nichts ernst genug ist, um nicht karikiert werden zu können. Ob alte Damen, Gewerkschaften oder große Gefühle, nichts ist vor dem anarchischen Humor, der in Madagascar: Escape 2 Africa vorherrscht, sicher. So ist es auch keine sorgsam ausgefeilte Geschichte, die dem Zuschauer präsentiert wird, sondern ein simpler Plot, der ohnehin nur die Wegstrecke für eine Reihe von situationskomischen Szenen absteckt, die in ihrer rasenden Abfolge das Chaos-Prinzip, das den Film bestimmt, deutlich macht. Und es ist eben jene sichtbare Freude an Unordnung und Spontaneität, an all jenem Unsinn, den man selbst nicht mehr machen zu dürfen glaubt, den jedoch Löwe, Zebra & Co hier als Problemlösungsstrategie kultiviert haben, aus dem Madagascar: Escape 2 Africa seinen hohen Spaßfaktor bezieht. Ob Zuschauer, die jünger als zwölf Jahre sind, diese Freude am Aberwitzigen in vollem Ausmaß nachvollziehen können (von den Wortspielen der Originalfassung, gesprochen u.a. von Ben Stiller, Chris Rock und Sacha Baron Cohen, ganz zu schweigen), darf man zumindest leicht in Frage stellen, doch um alles kann sich der „King of New York“, wie Alex daheim genannt wird, wohl auch nicht kümmern.