Martin Scorese – An Italian in New York

An Italian in New York

| Oliver Stangl |

Sein Werk ist Kult, die Liste seiner Preise (Oscar, Goldene Palme, Grammy, Emmy usw.) lang, und die Stars dieser Welt reißen sich darum, mit ihm drehen zu dürfen: Seit seinem Spielfilmdebüt Who’s That Knocking at My Door (1967) hat der US-amerikanische Filmemacher Martin Marcantonio Luciano Scorsese, Jahrgang 1942, einen eindrucksvollen Werkkörper zwischen katholischer Prägung und gewalttätigem Gesellschaftspanorama vorgelegt. Zwischen diesen Schlagworten liegt aber ein ganzer Kosmos an Vielschichtigkeit, ikonischen Filmmomenten („You talkin’ to me?“) und irrsinnigen Kamerafahrten. Wer sich also mit der ganzen Komplexität der Scorsese-Welt auseinandersetzen will, dem sei der Besuch der Deutschen Kinemathek dringend empfohlen, wo noch bis 12. Mai eine Ausstellung über den Regisseur zu sehen ist. Ein Coup, handelt es sich doch um die erste Schau zu Scorsese weltweit. Der Filmemacher ließ sich demgemäß nicht lumpen und öffnete sein an Preziosen reiches Archiv; Weggefährten wie Taxi-Driver-Drehbuchautor Paul Schrader und Schauspieler Robert De Niro steuerten ebenfalls Material aus ihren Sammlungen bei.

Gegliedert ist die Ausstellung in drei Kapitel: Das erste widmet sich einem der zentralen Schauplätze in seinem Werk, New York. Im Viertel Little Italy als Sohn italienischer Einwanderer aufgewachsen, nutzte Scorsese seine Beobachtungsgabe für Filme wie Mean Streets (1973), der sich um den Alltag italienischstämmiger Kleinganoven dreht. Kapitel zwei präsentiert den Cineasten Scorsese mit zahlreichen historischen Filmplakaten aus seinem Archiv. Kapitel drei schließlich widmet sich seinem filmischen Stil, stellt Mitstreiter wie Kameramann Michael Ballhaus oder Cutterin Thelma Schoonmaker vor und umfasst Storyboards, Werkfotos oder Schnittlisten. Auch Scorseses bevorzugte Themen (Familie, einsame Helden) kommen nicht zu kurz, ebensowenig seine Leidenschaft für Musik (er drehte Dokus über Dylan und die Stones, ein Spielfilm über Frank Sinatra ist in Planung). Abgerundet wird die Schau durch Requisiten, Originalkostüme und bisher unveröffentlichtes Bildmaterial. Die folgenden Seiten zeigen einige Highlights.