Von anders-sein und den schwierigen Wegen von akzeptieren und lieben erzählt dieses einfühlsame Familiendrama. Und von ganz normalen Superkräften.
Der italienische Regisseur Stefano Cipani drehte seinen außergewöhnlichen Film Mein Bruder jagt Dinosaurier (ab 10) nach dem gleichnamigen Roman von Giacomo Mazzariol, dessen Geschichte von Fabio Bonifacci für das Drehbuch adaptiert wurde. Cipanis Film wurde eine ganz besondere Ehre zuteil, denn er wurde beim EFA Young Audience Award 2020 als Bester europäischer Jugendfilm ausgezeichnet. Er erzählt eine Familiengeschichte in zunächst leichtem Tonfall, jedoch mit einem ernsten Hintergrund. Im Mittelpunkt steht der Junge Jack (Francesco Gheghi), der sich riesig freut, als er erfährt, dass er endlich einen Bruder bekommt, zumal er doch schon zwei ältere Schwestern hat. Dass der kleine Gio(vanni) mit Trisomie 21 zur Welt gekommen ist, versuchen die Eltern Jack schonend als Besonderheit zu verkaufen, und auch Jack glaubt einige Zeit lang, sein kleiner Bruder sei eine Art Superheld. Doch je älter er wird, desto mehr schämt er sich für seinen eingeschränkten Bruder – solange, bis er ihn schließlich komplett verleugnet.
Mein Bruder jagt Dinosaurier erzählt eine berührende Coming-of-Age-Geschichte, die sensibel von den Nöten eines Jugendlichen erzählt, der auf schmerzhafte Weise lernt, sich seinem Schamgefühl zu stellen und zu erkennen, wie ansteckend Gios Lebensfreude und Energie sind. Ein Film, der nicht nur für Kinder und Jugendliche außerordentlich interessant ist.
