Das feinfühlige Porträt eines Jungen, der sich mit sich, mit anderen Menschen und mit dem Leben im Allgemeinen intensiv auseinandersetzt.
Sam ist mit seiner Familie in den Ferien auf der niederländischen Insel Terschelling. Gerade ist ihm klar geworden, dass er als jüngster in der Familie wohl als letzter sterben und deshalb irgendwann allein übrig bleiben wird. Das beschäftigt ihn sehr und er ist davon überzeugt, dass er das Alleinsein trainieren muss, um für den Fall der Fälle gewappnet zu sein. Dann trifft er Tess, ein ungewöhnliches Mädchen, das allein mit ihrer Mutter lebt und unbedingt ihren Vater kennenlernen möchte. Sam soll ihr dabei helfen.
Hätte sich Sam am Strand kein Loch geschaufelt, in das er sich wie in ein Grab legt, um darüber zu philosophieren, wie es wohl sein wird, wenn man stirbt, hätte sich sein Bruder nicht gleich am ersten Urlaubstag ein Bein gebrochen. Doch nur deshalb lernt Sam Tess kennen. Sie ist gerade dabei, Salsa tanzen zu lernen und braucht dringend einen Tanzpartner. Tess ist ganz anders als der verträumte Sam. Sie weiß genau, was sie möchte. Sie will ihren Vater finden, den sie nie kennenglernt hat. Tess weiht Sam ein: Sie hat heimlich recherchiert, wie ihr Vater heißt und ihn auf die Insel gelockt. Doch wie wird er reagieren, wenn er erfährt, dass sie seine Tochter ist?
Sam und Tess freunden sich schließlich an und werden ein eingeschworenes Team. Doch Sam hat eigentlich keine Zeit, ständig mit Tess zusammen zu sein. Schließlich muss er sein Einsamkeitstraining absolvieren. Doch dabei gerät er in eine gefährliche Situation, und nur mit Hilfe eines Einsiedlers kann er gerettet werden. Vom ihm lernt Sam auch, wie wichtig es ist, Erinnerungen zu sammeln, um später nicht einsam zu sein.
Steven Wouterloods wunderbarer Film lässt uns das Sommer-Abenteuer seiner jugendlichen Charaktere miterleben und erzählt auf eigenwillige und originelle Weise von der Schwelle vom Kindsein zum Erwachsenwerden. Es wird klar, wie wichtig Familie und Freundschaften sind, aber auch andere ernsthafte Themen werden in dem Film berührt: dass das Leben endlich ist und nur Erinnerungen in der Lage sind, die Vergangenheit am Leben zu erhalten. Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess ist ein charmanter Film mit Herz, Humor und philosophischer Substanz.
