Der kongeniale Score zu Ridley Scotts großartigem Spielfilmdebüt, jener zu einer weiteren Adaption eines Jane-Austen-Klassikers und der Titelsong zum neuen Einsatz von Agent 007.
The Duellists / The Riddle of the Sands
Dragon’s Domain
“Ich muss zugeben, dass ich furchtbar traurig war, weil ich dachte, ich hätte ,meinen‘ Regisseur gefunden – jemanden, mit dem ich bis ans Ende meines Lebens zusammenarbeiten könnte.” Howard Blake sitzt in seinem Apartment in South Kensington. Er spricht von Ridley Scott, dessen Langfilmdebüt The Duellists Blake vertont hat. Scott war so zufrieden, dass er seinen Landsmann mit der Vertonung von Alien beauftragen wollte, doch das Studio Fox schob dem einen Riegel vor. Dabei schienen Blake und Scott wie füreinander gemacht. Blake fährt fort: „Ridley hat mir The Duellists gezeigt und gesagt: ,Für die Szene möchte ich etwas Elektronisches, für diese Szene etwas im Stil von Stockhausen.‘ Ich habe zu ihm gesagt: ,Hör zu, du machst hier nicht eine Serie von Werbefilmchen, wo du über die Verwendung von Stockhausen und Mick Jagger sprechen kannst, weil sie nur 30 Sekunden lang sind.‘ Ich habe mir den Film angesehen und vorgeschlagen, sinfonische Musik zu schreiben; etwas, das den Film zusammenhalten kann.“
Ridley Scott brauchte immer einen starken Komponisten, der die musikalische Richtung vorgibt. Howard Blake hat genau das getan. Seine Vertonung ist gemeinsam mit dem Soundtrack zur Literaturverfilmung The Riddle of the Sands auf CD neu aufgelegt worden. The Duellists hält den Film nicht nur zusammen, sie ist dabei erfrischend facettenreich: Das einprägsame Hauptthema zieht sich in farbenfrohen Variationen durch das gesamte Werk; ein Thema für die Hauptfiguren Armand und Adele im Idiom des Spätbarock, ironische Source-Musik für Klavier und aufgeladene Spannungspassagen, die dem militaristischen Aspekt der Geschichte Tribut zollen, runden das Hörvergnügen dabei ab. Und über allem schwebt die noble Eleganz der Konzertmusik eines Edward Elgar. (Stephan Eicke)

Emma.
Back Lot Music
„Das muss die vierte ,Emma‘-Verfilmung sein, die während meines Lebens herauskommt”, seufzt Drehbuchautor Jeffrey Hatcher, als wir miteinander sprechen. In der Tat, eine neue Verfilmung von Jane Austens Geschichte ist angelaufen. Es ist den Komponisten Isobel Waller-Bridge und David Schweitzer zu verdanken, dass die gefühlt 265. Verfilmung des Stoffes die inzwischen notwendige ironische Distanz zur Quelle und vor allem zu sich selbst aufweist. Ihre Vertonung ist leichtfüßig, gewitzt, sprudelnd vor Energie und mit ihren Einschüben klassizistischer Gesangsduette, Folklore und geschmackvoll instrumentierter Traditionals ein abwechslungsreicher Spaß. (Stephan Eicke)

No Time To Die
Darkroom/Interscope Records
Film verschoben, Lied am Markt: Ja, so wie Billie Eilishs No Time To Die hört sich ein Bond-Song – spätestens seit Adeles Skyfall – an. Er fängt ruhig an und kulminiert im einem Crescendo, in welchem dann auch der Film-/Songtitel seine Erwähnung findet. Den Songwritern ist ein schöner nuancenreicher Text geglückt. Jedoch gab es in der Vergangenheit schon Songs, denen es besser gelungen ist, bei der Erfüllung der Erwartung auch die Individualität der Interpreten einzubringen. So viel Bond dieser Song enthält, so sehr fehlt Billie Eilish. Dadurch entlarvt sich der Song als das, was er ist: Ein Marketinginstrument, welches die Bond-Franchise bestens zu nutzen versteht. Es ist auch ein harter Job; an Goldfinger kommt eh niemand vorbei. (David Serong)
