Olympus Has Fallen

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Das Weiße Haus fällt durchorganisierten Terroristen und einer platten Inszenierung zum Opfer.

Die gute Nachricht zuerst: Es gibt noch Hoffnung. Denn Antoine Fuquas Olympus Has Fallen ist nicht der einzige Action-Blockbuster in diesem Jahr, bei dem das Weiße Haus angegriffen, eingenommen und in Schutt und Asche zerlegt wird. Auch Katastrophen-Experte Roland Emmerich hat einen neuen Film mit vergleichbarer Handlung und ebenbürtiger Starbesetzung (Channing Tatum, Jamie Foxx) in petto, der im Herbst in die hiesigen Kinos kommen soll. Und obwohl sich die Inhaltsangaben erschreckend überschneiden, verspricht White House Down, zumindest wenn man den bisher verfügbaren Trailern und Vorabberichten Glauben schenken darf, der größere Spaß zu werden.

Aber worum genau geht es in Fuquas Version? Nach einem ausgeklügelten Terroranschlag auf den Amtssitz des amerikanischen Präsidenten (Aaron Eckhart) wird dieser gemeinsam mit seinen engsten Vertrauten im Staatsbunker von nordkoreanischen Extremisten gefangen gehalten, die mit dieser Geiselnahme den Abzug aller US-Truppen aus Korea erzwingen wollen und ganz nebenbei sämtliche Nuklearraketen der Vereinigten Staaten in ihren Raketensilos zu sprengen gedenken. Natürlich hat dabei keiner mit Ex-Agent Mike Benning (Gerard Butler) gerechnet, der sich wild entschlossen und furchtlos daran macht, zunächst dessen Sohn zu retten und dann den Präsidenten selbst aus den Klauen der Terroristen zu befreien. Einer der feinen Unterschiede zu Emmerichs Film ist, dass dort nicht ausländische Bösewichte zuschlagen, sondern eine einheimische paramilitärische Organisation das Weiße Haus unter Beschuss nimmt. Doch bei aller Konkurrenz hätte das Produzententeam um Alan Siegel und Gerard Butler besser daran getan, ihren heiklen, aber nicht uninteressanten Actionstoff mit etwas mehr Behutsamkeit zu behandeln, anstatt ordentlich auf die Tube zu drücken, um sicherzustellen, dass Olympus Has Fallen zuerst an den Start geht. Denn das merkt man dem Film an. Für mehr als platte Charaktere, abgedroschene Dialoge und altbackene Spezialeffekte blieb bei Fuquas einfallsloser Inszenierung offensichtlich keine Zeit. Und so kommt es, wie es kommen muss: Benning, im Laufe seiner Befreiungsmis-sion immer wieder in die Enge getrieben, schlägt sich tapfer bis zum Showdown durch. Auch wenn es Gerard Butler zumindest streckenweise gelingt, seiner Figur im Katz-und-Maus-Spiel mit Oberterrorist Kang (Rick Yunes) einen rauen Charme zu verleihen, ist selbst er spätestens ab der zweiten Hälfte, wenn Olympus Has Fallen nur noch auf der Trash-Ebene bei Laune hält, gegen die Mängel des Drehbuchs in den weitgehend sinnfreien Gewalt- und Action-Sequenzen machtlos.