Die glorreichen Zwölf
Immer wenn man denkt, Hollywood hätte längst ausgeschlachtet, was es im unmittelbaren Umkreis von 9/11 an leinwandtauglichen Geschichten zu holen gibt, wird man im Kino erneut eines Besseren belehrt. Und ausgeschlachtet ist das Stichwort hier. Denn 12 Strong ist eine schonungslose und doch erstaunlich platte Nacherzählung des vermeintlich ersten Etappensieges der Amerikaner im Kampf gegen die Taliban unmittelbar nach dem Fall der Towers, und ein Film, der heroischer kaum sein könnte.
Im unmittelbaren Nachhall der Anschläge auf das World Trade Center in New York muss Captain Mitch Nelson (Chris Hemsworth) nicht zweimal überlegen, worin seine Pflicht als treu dienender Soldat besteht. Dabei wollte er sich eigentlich gerade hinter den Schreibtisch zurückziehen, um mehr Zeit mit seiner Frau und Tochter zu verbringen. Doch für ihn, wie für jeden Mann in seiner zwölfköpfigen Elitetruppe, die er zu mobilisieren eilt, kommt das Land vor der Familie, und so sehen sich die tapferen Schützen kurzum auf dem Weg nach Afghanistan wieder, um dort eine im Kampf gegen den Terror entscheidende Mission zu erfüllen. Das Sonderkommando, zu dem unter anderem auch der erfahrene Stabsfeldwebel Hal Spencer (Michael Shannon) gehört, soll als erste Truppe überhaupt versuchen, an der Grenze zu Usbekistan und Tadschikistan ein Bündnis mit der Nordallianz zu schließen, die dieses Gebiet kontrolliert, um anschließend mit vereinten Kräften gegen die Taliban und Al-Qaida vorzugehen. Konkret geht es darum, in die vom Gegner besetzte Stadt Mazar-e-Sharif vorzudringen, um den Weg nach Kabul frei zu machen. Dafür gilt es jedoch zunächst, das Vertrauen des selbsternannten usbekischen Generals Rashid Dostum (Navid Negahban) zu gewinnen, der dem weniger kriegserfahrenen Nelson von Vornherein nicht nur äußerst skeptisch gegenüber steht, sondern darüber hinaus seine ganz persönlichen Gründe hat, den Feind zu vernichten.
Angenommen hat sicher dieser vor Patriotismus und Heldentum nur so strotzenden Geschichte, die immerhin auf wahren Begebenheiten beruht, der dänische Werberegisseur Nicolai Fuglsig, und man hätte durchaus erwarten können, dass ein Nicht-Amerikaner den nötigen Abstand gewahrt hätte, um den Blick auf die Komplexität der Problematik zu weiten, anstatt das Ganze als zunehmend fade Schießübung mit Videospielcharme und einer harschen Westernästhetik zu inszenieren. Was 12 Strong dennoch zumindest streckenweise unterhaltsam macht ist seine solide Besetzung, aber selbst die kann nichts gegen ein Drehbuch verrichten, das allzu offensichtlich auf feinere Zwischentöne verzichtet, um am Ende zum ganz großen Paukenschlag auszuholen.
