Die Mitarbeiter eines von der Schließung bedrohten Theaters versuchen ihr Haus zu retten.
Paris muss oft als Kulisse für die ganz großen Gefühle herhalten. So auch im neuen Film von Christophe Barratier, dem mit seinem Spielfilmdebüt Die Kinder des Monsieur Mathieu ein Riesenerfolg gelang und der mit Paris, Paris nun versucht, die richtige Mischung aus Melodram, Feel-Good-Movie und Musical zu finden. Was jedoch leider nur bedingt gelingt.
Monsieur Pigoil (Gérard Jugnot) ist ein dicker, kleiner Herr mittleren Alters, der im Paris der 1930er als Bühnenarbeiter am Chansonia-Theater arbeitet und ein zufriedenes Leben führt, bis nicht nur seine Frau mit einem anderen durchbrennt, sondern auch noch das Theater wegen finanzieller Probleme schließen muss. Doch für den armen Tropf kommt es noch schlimmer: Die Polizei entzieht ihm auf Grund seines unsteten Lebenswandels, der vor allem aus Rotwein Trinken und Lamentieren besteht, das Sorgerecht für seinen Sohn und will es ihm erst wieder geben, wenn er wieder einer geregelten Arbeit nachgeht. Doch was kann Pigoil schon anderes, außer am Theater arbeiten? Und so beschließt er mit seinen ehemaligen Kollegen das Chansonia wiederzueröffnen, auch wenn sie dafür die Hilfe des zwielichtigen Galapiat annehmen müssen.
Paris, Paris ist eine musikalische Tragikomödie, welche die Liebe im Allgemeinen und insbesondere zur Musik in den Mittelpunkt stellt. Ähnlich wie in Die Kinder des Monsieur Mathieu kann die Musik als versöhnendes Element zwischen Menschen wirken, egal welche politische Richtung sie verfolgen oder aus welcher gesellschaftlichen Schicht sie stammen. Waren es in seinem letzten Film die Kinder, welche durch die Musik wieder Vertrauen zum Leben und den Erwachsenen finden, so sind es in Paris, Paris die Arbeiter, die aus der Musik ihren Lebensmut und die Möglichkeit zum sozialen Aufstieg ziehen. Barrazier setzt dabei auf eigens für den Film komponierte Schlager im Stil der Dreißiger Jahre, ein aufwendiges Set-Design und charakterstarke Schauspieler, von denen Gérard Jugnot und Maxence Perrin bereits in seinem letzten Film mitwirkten. Doch leider versucht Barrazier zu viele Themen auf einmal in diesen Film zu packen: Sozialkritik, das Theaterleben, die ganz großen Gefühle, die Liebe zur Musik. Und so wundert man sich auch nicht, dass es bei dieser Fülle an Themen scheinbar endlos dauert, bis die eigentliche Handlung des Filmes, der Wiederaufbau des Theaters, endlich ins Rollen kommt. Doch ein buntes Bilderfeuerwerk ist der Film immerhin geworden.
