Wenn Frauchen aus dem Haus ist …
Tiere im Film sind immer ein Renner. Sprechende sowieso. Das erklärt wohl auch, warum Pixar, Dreamworks, Disney & Co. ihr Zielpublikum seit Jahren regelmäßig mit neuen, mal mehr, mal weniger originellen tierischen Abenteuern bescheren. Mit Zoomania sowie dem fünften Teil der allseits beliebten Ice Age-Reihe im Nacken, versuchen nun auch Universal und die Minions-Erfinder Illumination Entertainment erneut mit einer rasant animalisch-animierten Komödie aufzuschließen.
Im Zentrum des Geschehens steht der knuddelige Großstadt-Terrier Max, der jede Sekunde kostbarer Aufmerksamkeit genießt, die sein Frauchen Katie ihm schenkt, und sich nach ihr sehnt, sobald sie morgens das Haus verlässt. Um das elende Warten auf ihre Rückkehr zu überbrücken, vertreibt sich Max die freien Stunden mit seinen ebenfalls alleingelassenen Nachbarn, darunter die fette Zuchtkatze Cloe, Mops Mel, Buddy, der Dachshund und die Zwergspitz-Dame Gidget, die nur Augen für Max hat, wenn sie nicht gerade Seifenopern im Fernsehen schaut. Doch der Haussegen hängt schnell schief, als Katie plötzlich den Riesenköter Duke aufnimmt, der Max sein Revier streitig zu machen droht. Es dauert nicht lang, da finden sich die beiden scheinbar unversöhnlichen Rivalen inmitten einer Gang von ausgesetzten Kleintieren wieder, die in der New Yorker Kanalisation leben und unter der Führung eines weißen Zwergkaninchens namens Snowball eine Revolution gegen die Menschheit planen. Als Gidget schließlich bemerkt, dass Max verschwunden ist, trommelt sie kurzum sämtliche Freunde und bereitwillige Helfer aus der Nachbarschaft zusammen, um ihre große Liebe wiederzufinden.
The Secret Life of Pets begeistert vor allem durch seine extrem versponnene, actionreiche Dramatik und einen für die
Macher der Despicable-Me-Filme typisch anarchischen Humor, gespickt mit wohlplatzierten One-Linern, spitzfindigen Referenzen zu Hollywood-Klassikern und unzähligen klischee- behafteten Plattitüden, die im Zuge der immer verrückteren Handlung letztendlich jedoch eine engere emotionale Bindung zu den Figuren verhindern. Und darin liegt vielleicht auch das größte Problem des Films, der sein Herz trotz des relativen Mangels an wahren Gefühlen (abgesehen von Gidgets inniger Leidenschaft für Max) dennoch stets am rechten Platz trägt. Alexandre Desplats jazzig-flotter Score und ein bewusst hipper Soundtrack tun das Übrige, und so bietet The Secret Life of Pets alles in allem eine durchaus sehenswerte Alternative, um sich mit dieser illustren Schar domestizierter und verwaister Vierbeiner das Warten auf Toy Story 4 zu verkürzen.
