Die Schlacht um den Planet der Affen geht in ihre heiße Phase.
Nachdem der erste Konflikt zwischen Affen und Menschen am Ende von Rise of the Planet of the Apes (Planet der Affen: Prevolution) reichlich gewaltsam ausgetragen wurde, zogen sich die Affen unter Führung ihres durch Genmanipulation besonders intelligent gewordenen Anführers, des Schimpansen Caesar, der sich zudem die Fähigkeit zu sprechen angeeignet hat, in die tiefen Wälder um San Francisco zurück. Eine kluge Entscheidung, denn im Zuge jener Experimente, die die Affen klüger machte, wurde auch ein Virus freigesetzt, das für Menschen tödlich war. Die daraus resultierende Epidemie raffte große Teile der Bevölkerung dahin, was mit chaotischen Zuständen allerorts verbunden war. Zehn Jahre narrativer Zeit später nimmt nun Dawn of the Planet of the Apes den erzählerischen Faden auf: Die Gemeinschaft der Affen hat sich unter Leitung Caesars zivilisatorisch bestens entwickelt, und da man seit geraumer Zeit kein Anzeichen der nicht gerade beliebten Menschen mehr wahrgenommen hat, steht einem harmonischen Dasein inmitten der Natur nichts mehr im Weg. Doch, um Friedrich Schiller ein wenig abzuwandeln, es kann der frömmste Affe nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Homo sapiens nicht gefällt. Denn eine kleine Gruppe Überlebender, die Virus und post-apokalyptisches Chaos überstanden haben, versuchen in San Francisco die menschliche Zivilisation wieder einigermaßen herzustellen. Doch dafür ist es unerlässlich, ein kleines Kraftwerk wieder hochzufahren um die Energieversorgung zu gewährleisten. Da das Kraftwerk an einem Fluss inmitten der von den Affen bewohnten Wäldern liegt, sind Konflikte vorprogrammiert – und schon die erste Begegnung Mensch-Affe verläuft alles andere als friktionsfrei.
Planet of the Apes, die filmische Adaption von Pierre Boulles Roman aus dem Jahr 1963, verknüpfte auf kongeniale Weise die phantastische Geschichte von den intelligenten Affen, die die Erde beherrschen, mit bissiger Gesellschaftskritik, die Welt der Affen und ihr Agieren geriet zur wunderbaren Parabel für menschliches (Fehl-)Verhalten und Planet of the Apes längst zum Klassiker. Unter Federführung von Produzent Arthur P. Jacobs entstanden bis 1973 noch vier weitere Filme der Reihe, die den legendären Status der „Planet of the Apes“–Saga festigten. 2011 unterzog Hollywood die Saga einem Neustart. Rise of the Planet of the Apes unter der Regie von Rupert Wyatt überzeugte durch einen Plot, der mit seinen aktuellen Bezügen den parabelhaften Charakter geschickt unterstrich und versetzte dank der Performance-Capture-Technologie selbst den die besten Spezialeffekte gewöhnten Kinobesucher mit der Gestaltung der Affen in Erstaunen.
Was diesen Aspekt angeht, gibt es auch bei Dawn of the Planet of the Apes nichts zu meckern, insbesonders der Performance-Capture-erprobte Andy Serkis verleiht seinem Charakter – diese Apostrophierung ist in dem Fall mehr als gerechtfertigt –, dem Schimpansen Caesar, allein durch die Körpersprache Nuancen, die so mancher Schauspielkollege bei menschlichen Rollen nicht erreicht. Doch ansonsten vermag Matt Reeves, der die Regie übernommen hat, der Geschichte wenig Neues abzugewinnen, auch deshalb, weil seine Inszenierung sich phasenweise zu einem CGI-Overkill hinreißen lässt. Zu vorhersehbar und über manche Strecken auch zu eindimensional – insbesondere Gary Oldman als Anführer der menschlichen Gemeinde muss sein Talent mit einer stereotypen, blassen Figur verschwenden – verläuft der Plot um die Auseinandersetzung zwischen Primaten und Menschen, die unausweichlich Richtung Eskalation steuert. Natürlich funktioniert die Parabel über unterschiedliche Möglichkeiten der Konfliktlösung wie Gewalt versus Dialog – angesichts der derzeitigen Brandherde auf diese Planeten ein Thema, dessen Aktualität augenscheinlich ist und eine Vielzahl dramaturgischer Optionen eröffnet hätte – hier wieder einigermaßen gut, doch der Erkenntnisgewinn, dass dabei hüben wie wie drüben Tauben und Falken existieren, ist schlussendlich doch ein wenig gering.
