Filmkritik

Ratchet & Clank

| Alexandra Seitz |
Bonbonbunt verspielte Adaption eines allseits beliebten Videogames.

Alles so schön bunt hier! Reichhaltig und leuchtend ist die Farbpalette, in der Kevin Munroes und Jericca Clelands computeranimierte 3D-Adaption eines Playstation-Videospiel-Klassikers gehalten ist: Sonniges Gelb und saftiges Ocker, warmes Orangerot, sanfte Grün- und satte Blautürkislilatöne – allein schon visuell entfaltet Ratchet and Clank verführerische Pracht. Zum Glück bleibt es nicht bei den oberflächlichen Schauwerten und sowohl Figuren als auch Geschichte tragen zum Gesamteindruck eines vergnüglichen Sonntagnachmittag-Divertissements bei.

Wobei, der nackte Plot ist eher weniger einfallsreich. Da gibt es auf der einen Seite den Bösewicht, der finstere Bösewichtspläne schmiedet und dabei unterstützt wird vom Mad Scientist mit den größenwahnsinnigen Allmachtsfantasien. Und auf der anderen Seite gibt es die Superheldentruppe, die ihnen einen Strich durch die Rechnung machen will, sowie die beiden Underdogs und Neuzugänge Ratchet und Clank – großohrig-flauschiges Mechanikerwesen der eine, produktionsfehlerhafter Roboter der andere –, die gerne dazugehören würden, aber erstmal alles durcheinanderbringen. Insbesondere erschüttert Ratchet das gigantomanische Ego von Superheldentruppenanführer Qwark, dessen Selbstverliebtheit sich in der Massivität seines Kinns abbildet. Sein Name ist zudem Konzept, denn nicht nur Qwark redet ziemlich viel Quark, auch die anderen sind nicht die Hellsten. Ein Haufen intellektuell tiefergelegter Labertaschen also, der sich zwischen Weltvernichtung und Weltrettung gern auch mal verquatscht, denn soviel Zeit muss sein. Danach kann man ja immer noch draufhauen.

Die Filmemacher scheinen dies ähnlich zu sehen, geht man nach der liebevollen Aufmerksamkeit, die sie den ausstatterischen Details der fernen Galaxie ebenso wie der charakterlichen Exzentrik ihrer Bewohner widmen. Actionsequenzen kann man dann schließlich immer noch inszenieren. Da Ratchet and Clank auf einem Jump’n’Run-Spiel basiert, gelten für diese Sequenzen ohnehin gewisse standardisierte Regeln und weil passenderweise zeitnah zum Film eine Neuauflage des Spiels für PS4 ausgeliefert wird, muss für Wiedererkennungseffekte gesorgt werden. Für einen Nicht-Gamer ist das alles sehr wahrscheinlich weniger interessant, dafür kann er/sie sich an den schnörkelhaften Schabernack und sinnfreien Unfug halten, der weniger nebenher als eigentlich getrieben wird.