Was Sie schon immer über Supermarktprodukte wissen wollten
Zusammen mit den Produkten in einem Supermarkt lebt das Würstchen Frank (im Original gesprochen von Seth Rogen) in der Hoffnung, eines Tages von den „Göttern“ ausgewählt zu werden und in eine Art Jenseits zu kommen, das hinter den Kassen liegt. Dort will er endlich seine Liebe zu einem Hotdog-Brötchen (Kristen Wiig) finden. Die „Götter“ sind gewöhnliche Menschen, und das glorreiche Nirwana, das sie sich erhoffen, ist der Tod. Die gottesfürchtigen Waren wissen das aber nicht. Da kommt eines Tages ein traumatisiertes Glas Honigsenf in den Laden zurück und erzählt Horrorgeschichten, die Frank dazu veranlassen, seinen Glauben in Frage zu stellen. Auf seiner Suche nach Antworten bekommt er Unterstützung von einer Flasche Feuerwasser, einem Taco, einem Stück Kaugummi in Form von Physiker Stephen Hawking sowie einem jüdischen Bagel und einem arabischen Fladen, die wegen ihres Reviers im Regal streiten. Dicht auf den Fersen ist ihnen eine wildgewordene Vaginaldusche.
Eine nette kleine Karikatur über das geheime Leben der Lebensmittel ist dies auf keinen Fall. Es ist so ziemlich der unanständigste, kindischste und politisch unkorrekteste Film in Pixar-Manier, den man sich nur überhaupt vorstellen kann. Und er ist auch ziemlich komisch. Es gibt Gläser mit Sauerkraut, die von der Vernichtung von „juice“ singen und einen faschierten Braten (meat loaf), der – was sonst? – „I would do anything for love“ trällert. Diesen Film zu sehen, ist eine bemerkenswert surreale Erfahrung.
Sausage Party wurde von Conrad Vernon und Greg Tier-nan nach einem Skript von Kyle Hunter, Ariel Shaffir, Evan Goldberg und Seth Rogen gedreht, trägt aber ohne Zweifel die Handschrift von Rogen und seinem kreativen Langzeitpartner Goldberg (Superbad, This Is the End, The Interview), die gemeinsam weiterhin ihre Grenzen austesten. Einiges davon ist ein bisschen redundant, wie zum Beispiel der inflationäre Gebrauch von „fuck“ – als ob das Wort allein einen Witz ersetzen könne –, aber Sausage Party ist auch ziemlich smart, weil es im Wesentlichen einen einfachen Lebensmittelladen in einen Mikrokosmos unserer Gesellschaft verwandelt: eine existenzielle Parabel über den Sinn des Lebens und die Bedeutung von Religion. Das Beste kommt zum Schluss, ein Finale, das man buchstäblich als orgiastischen Food Porn beschreiben kann. Wie der Rest des Films ist es schamloser Hedonismus, was zu beanstanden wäre, wäre es nicht so verdammt lustig.
