Scar 3-D

Filmkritik

Scar 3-D

| Alexandra Seitz |

Wüst missratener Horror-Schmarren, der lediglich den Schrecken der Langeweile verbreitet.

Als Teenager gerieten Joan Burrows und ihre beste Freundin Susie in die Fänge des psychopathischen Bestattungsunternehmers Bishop. Susie überlebte diese Begegnung nicht, Joan trug ein Trauma und eine Narbe im Gesicht davon. Inzwischen sind Jahre vergangen, und Joan hat ein neues Leben begonnen. Doch als sie in ihre Heimatstadt Ovid in Colorado zurückkehrt, um gemeinsam mit ihrem Bruder Jeff, dem örtlichen Sheriff, den Highschool-Abschluss ihrer Nichte Olympia zu feiern, kommt es erneut zu blutigen Gemetzeln, bevorzugt an sexuell aktiven Teenagern. Ist der totgeglaubte Bishop doch nicht tot? Oder treibt ein Nachahmer sein Unwesen?

Jed Weintrobs Scar 3-D ist ein Möchtegern-Folterporno, der bei weitem zu lange braucht, bis er zur Sache kommt, und der dann immer noch viel zu viel Zeit verschwendet mit dem ermüdenden Erklärungs-Gerede des durchgeknallten Killers. Das geht dann ungefähr so: „Ich muss dir jetzt mit einer Rasierklinge die Fußsohlen aufschlitzen, weil meine Mitschüler auf der High School mich immer gehänselt haben, und das Stück Kopfhaut schneide ich dir mit einem Skalpell aus dem Schädel, weil mein Vater im Irakkrieg als Folterknecht tätig war“ … und so weiter und so fort, ad infinitum. Kein Wunder also, dass eines seiner anvisierten Opfer dem selbstgefälligen Schwätzer in die Parade fährt und dem öden Treiben ein Ende bereitet. Ein Ende, das nicht zu früh kommt, denn nahezu neunzig sich schier in die Unendlichkeit dehnende Minuten hat man bis dahin damit zugebracht, zu überlegen, was dieses grotesk schlecht geschriebene und inszenierte Machwerk eigentlich soll, und wer zur Hölle dann auch noch auf die doofe Idee kam, es vor die Augen der Öffentlichkeit zu zerren.

Dass keiner der Protagonisten zu wissen scheint, was ein Lichtschalter ist und wie man ihn bedient, ist noch das geringste Problem. Viel schwerer wiegt, dass es nicht einer einzigen Figur gelingt, den Zuschauer für sich einzunehmen. Ob sie lebt oder stirbt, ist einem demnach Jacke wie Hose, und diese Gleichgültigkeit prägt das ganze Unterfangen. Lächerliche Dialoge und hölzernes Schauspiel in einer Aneinanderreihung sattsam bekannter Standardsituationen ergeben nun mal keinen guten Horror-Film. Schon gar nicht, wenn der werbewirksame 3-D-Effekt sich zuvörderst als Beeinträchtigung der Bildqualität bemerkbar macht und über den mäßigen Gag eines in den Zuschauerraum gehaltenen Büstenhalters nicht hinauskommt.