Shopaholic – die Schnäppchenjägerin

| Rudolf Preyer |

Rund um den maßlosen Konsum polieren Jerry Bruckheimer und P.J. Hogan die Oberfläche ihres Wohlfühlfilms.

Die Mittzwanzigerin Rebecca Bloomwood (Isla Fisher) ist die kaufsüchtige Heldin der Shopaholic-Bestsellerreihe von Sophie Kinsella. Als Jungjournalistin – fasziniert vom Glamour der Modewelt – reizt Becky ihr Dutzend Kreditkarten bis an den Anschlag aus, ganz nach dem Motto: „Girls just wanna have fun!“

Ausgerechnet ein Job beim Wirtschaftsmagazin Successful Saving, zu dem sie eher zufällig gekommen ist, soll ihrer Finanzmisere Einhalt gebieten. Die selbst hoch verschuldete Rebecca muss ihre Leser in die Geheimnisse der Finanzwelt einweihen, doch leider erwischt sie ihr Chefredakteur Luke Brandon (Hugh Dancy) beim Googeln von Finanzbasics. Rebecca tritt die Flucht nach vorne an und bricht in ihrer Kolumne die Komplexität der Geldwelt auf einen Schuhkauf-Vergleich her-unter und eröffnet ihrem Magazin damit neue Leserkreise. Doch sie hat nicht mit dem spaßbefreiten Inkassanten Smeath (Robert Stanton) gerechnet, dessen Nachstellungen sie ihrem Chef als Stalking verkauft. Die Kaufsüchtige schafft es ins Fernsehen, wo aber Smeath der amerikanischen Fernsehöffentlichkeit ihre Schuld(en) vorrechnet. Rebeccas Lebenslüge bricht vor den Augen ihres angebeteten Chefredakteurs wie Schaum zusammen.

Der Rest ist Genrekonvention. Die Wandlungen der Charaktere sind vorhersehbar und auf Äußerlichkeiten beschränkt: So trägt Beckys zunächst heimliche Liebe Luke in der ersten Hälfte die Krawatte lose, später schnürt er den Kragen enger: Willkommen im neuen – freilich knallbunten – Biedermeier. Und Becky ist zunächst Fashion Victim, dann muss sie sich notgedrungen ihrer Kaufsucht stellen, um als Homo Novus dieser völlig zu entsagen – dafür applaudieren ihr die Schaufensterpuppen. Was wohl dieser Konsumverzicht der Liebe wegen der US-amerikanischen Jugend – also dem Zielpublikum dieses Films – sagt?

Kurzweilig ist Confessions of a Shopaholic allemal, Dezenz ist aber doch eher ein Fremdwort im Kosmos des Produzenten-Moguls Jerry Bruckheimer, der P.J. Hogan (My Best Friend’s Wedding) mit der Regie betraute – eine kapitalismuskritische Tiefenbohrung vermisst man sowieso. Was bleibt, ist eine immerhin schick anzusehende US-Lektion in Sachen Verzicht – Bescheidenheit ist geil? Großes Kino sieht zwar definitiv anders aus, aber zumindest fühlt man sich bei Confessions of a Shopaholic nicht um den Unterhaltungswert betrogen.