Auch Comedy-Queens sind vor faden Parties nicht gefeit
Die Komödien-Allrounder Tina Fey (30 Rocks) und Amy Poehler (Parks and Recreation) verbindet eine enge Freundschaft, vor und abseits der Kamera: Beide kommen aus derselben Humorschule, die sie lange Zeit in der beliebten US-Comedy-Show Saturday Night Live perfektionierten, bevor sie sich mit ihren eigenen TV-Shows, unabhängig voneinander, als zwei der witzigsten und wichtigsten Frauen im amerikanischen Unterhaltungsbetrieb etablierten. Zwar fand ihr erster gemeinsamer Leinwandauftritt in der Schwangerschaftskomödie Baby Mama (2008) beim Publikum wie bei der Kritik zunächst nur leidlichen Zuspruch, doch mit Sisters wollen sie nun endlich auch im Kino auftrumpfen.
Die Handlung ist, da kaum existent, rasch erzählt: Als die beiden ungleichen Schwestern Kate (Fey) und Maura (Poehler) erfahren müssen, dass ihre Eltern sich vom geliebten Familienhaus trennen, um ihren Lebensabend stattdessen in einem schmucken Rentner-Resort zu verbringen, bricht für die zwei Mittvierzigerinnen eine Welt zusammen. Denn weder Kate, die mit ihrer fahrlässigen Attitüde selbst ihrer pubertären Tochter zu viel ist, noch die frisch geschiedene Allerweltshelferin Maura haben ihr Erwachsenendasein auch nur annähernd im Griff. Um ihrem Frust Luft zu machen, organisieren sie kurzerhand eine Auszugsparty, zu der neben ausgewählten ehemaligen Schulkameraden auch Mauras spontaner Flirt aus der Nachbarschaft (Ike Barinholtz) geladen ist. Also verspricht Kate ihrer kleinen Schwester ausnahmsweise für einen Abend die Aufpasserin zu spielen, damit die sich einmal so richtig gehen lassen kann – was genau so lange gut geht, bis die ersten Shots fließen, um die lähmende Partystimmung in Schwung zu bringen.
Tatsächlich liegt es keineswegs am erprobten Humor der Fey/Poehler-Fraktion, die hier mit aller Kraft und einer ordentlichen Portion Charme versucht, Jason Moores Film Leben einzuhauchen. Doch weil Prämisse und Inszenierung stark überstrapaziert wirken und das Drehbuch auch bei der Charakterzeichnung lediglich arg an der Oberfläche kratzt, bietet auch Sisters am Ende wenig mehr als eine Anhäufung von einigermaßen unterhaltsamen, bisweilen witzigen Momenten. Wo es der Party-Komödie an der nötigen Leichtigkeit des Seins mangelt, fehlt es der innigen Schwesternliebe an Beseeltheit. Am Ende droht der Film gänzlich zu einer sentimentalen Farce zu verkommen, die nach jeder noch so abgedroschenen Pointe hechelt, bis selbst Fey und Poehler ausgezählt am Boden, oder besser gesagt im Schlamm liegen und nur noch um Gnade und Erlösung ringen.
