Filmkritik

Small Town Killers / Dræberne fra Nibe

| Angela Sirch |
Flacher, mit Klischees überladener Klamauk

Die beiden Handwerker Edward und Ib sind ihrer Ehen überdrüssig. Ständig stehen Streits und Demütigungen an der Tagesordnung, im Schlafzimmer läuft auch nichts mehr, während die beiden Gattinnen Gritt und Ingrid ihre Tanzstunden dazu nutzen, den feurigen Tanzlehrer anzuschmachten. Die beiden frustrierten Freunde, haben jahrelang schwarzgearbeitet und so eine Menge Geld beiseite geschafft. Als sie erwägen sich scheiden zu lassen müssen sie feststellen, dass sie nicht nur Unsummen aufgrund ihres Besitzes und in Form von Unterhaltszahlungen an ihre Frauen abgeben müssten, sondern dass diese zu allem Überdruss auch von den illegalen Machenschaften der beiden wissen und davon auch ihren Anteil haben wollen. Verzweifelt und sturzbetrunken heuern die beiden Männer einen Auftragskiller aus Russland an, der ihnen ihre Ehefrauen vom Hals schaffen soll. Als bei Edward und Ib am kommenden Tag im wahrsten Sinne des Wortes die Ernüchterung einsetzt, versuchen sie den Killer von seinem Vorhaben abzubringen. Doch Ingrid und Gritt wissen bereits von dem mörderischen Plan und feilen an einem Rachplan.

Skandinavische Komödien sind bekannt für ihren trockenen, schwarzen Humor, kuriose, aber liebenswerte Figuren und absurde Situationskomik, die das Leben nicht besser schreiben könnte. Wer all das von Small Town Killers erwartet, wird bitter enttäuscht, obwohl die tiefschwarze Story zusammen mit der gewählten Besetzung das Potenzial hätte, herrlich düster und bitterböse zu sein. Leider präsentiert Regisseur und Drehbuchautor Ole Bornedal, der Mitte der neunziger Jahre mit dem Film Nightwatch bekannt wurde, jedoch eine Collage aus überzeichneten, stereotypen Figuren und übertriebenen Szenen, die irgendwann zu weit von der Realität entfernt, als das sie als satirischer Blick auf das Eheleben gesehen werden können. Jedes erdenkliche Vorurteil wird ausgegraben und so überspitzt, dass es weh tut. Der Umstand, dass hier jede Gruppe, vom radikalen Islamisten über den zum Großteil aus Wodka bestehenden Russen bis hin zum immer nur an Sex denkenden Ehemann gleicher Maßen über den Tisch gezogen wird, macht die Fülle an Klischees leider trotzdem nicht besser. Zudem sollten Charaktere, so seltsam oder schwierig sie auch angelegt sind, Sympathien beim Zuschauer erwecken, was hier keiner Figur so richtig gelingen will. Die wenigen amüsanten Pointen, vor allem zu Beginn des Films lassen leider nicht darüber hinweg sehen, dass zu viel Überhöhung einen Film ziemlich abstürzen lassen kann.