Eben erschienen: der unkonventionelle Soundtrack zu einer kanadischen Dokumentation
Der Dokumentarfilm Someone Like Me (R: Steve J. Adams, Sean Horlor) feierte 2021 Jahr Premiere und konnte bereits mehrere Preise auf diversen Festivals einheimsen. Erzählt wird – der Filmtitel ist durchaus doppeldeutig zu verstehen – die Geschichte eines Homosexuellen, der von Uganda nach Vancouver zieht und dort von einer Gruppe Kanadier bei seinen Bemühungen, sich in ein neues Umfeld einzufügen, unterstützt wird. Dabei kommt es zu Komplikationen und Herausforderungen. Nun ist in Kooperation von vogel records (Wien) und dem National Film Board Canada die Filmmusik dazu erschienen, eine hörenswerte Gemeinschaftsarbeit des in Wien lebenden Deutschen Johannes Winkler und des Kanadiers Edo van Breemen.
Das Album besteht aus 13 ausgewählten Tracks des Films. Die musikalische Gestaltung orientiert sich dabei an der Handlung und der Dynamik der Dokumentation und versucht – mithilfe von bewusster Limitierung in Instrumentation und Orchestration – bestimmte Stimmungen zu erzeugen. Die Erzählung wird dabei auf ebenso dezente wie prägnante Weise unterstützt. Zu den benutzen Klangfarben gehören unter anderem präpariertes Klavier, erweiterte Techniken bei Streichinstrumenten (etwa Perkussion auf den Klangkörpern), eine Auswahl an raren analogen Synthesizern und Bandmaschinen. Die Mischung aus Elektronik und organischen Sound ist es, die den besonderen Appeal von Someone Like Me ausmacht. Hier gibt es kein billiges Sentiment, sondern ein spannendes Eintauchen in die Gefühlszustände des Protagonisten. Eine Empfehlung.
