High-Speed-Snowboard Dokumentation nach bewährtem Muster
Don´t try this at home“ sollte eigentlich jedem der zahlreichen von Red Bull Media House produzierten Dokumentarfilme als Warnung vorangestellt sein. Immer begeben sich wahre Meister einer Trendsportart mit Todesverachtung in Lebensgefahr, um ihre Grenzen auszutesten und sich und der Welt zu beweisen, dass nichts unmöglich ist, wenn man nur hart genug trainiert und an sich glaubt. Egal ob man mit einem Kajak 100 Meter hohe Wasserfälle überwindet oder wie in The Fourth Phase mit dem Snowboard unfassbare steile Abfahrten von einsamen Berggipfeln wagt, die Erfolgsformel ist immer die gleiche: Ein strahlender jung gebliebener Held trotzt zusammen mit seinen Kumpels aus aller Welt scheinbar den Gesetzen der Schwerkraft. Auf seiner Reise zu den faszinierendsten Landschaften der Welt wird er mit unterschiedlichen Herausforderungen nicht nur sportlicher sondern auch bürokratischer Natur konfrontiert, die er nicht immer meistert, die ihn aber auf jeden Fall als Mensch reifen lassen.
Hier heißt der Protagonist Travis Rice, er und seine Kollegen sind herausragende Vertreter des High-Speed-Snowboarding, die nicht nur auf selbst gebauten Riesenschanzen spektakuläre Salti springen sondern sich auch mittels Hubschrauber auf abgelegene Gipfel bringen lassen, um dann zwischen Felsen in wahnwitziger Geschwindigkeit talwärts zu rauschen. Der ganze Adrenalinschub wird dabei wirklich beeindruckend mit Helm – und Helikopterkameras gefilmt, sodass man als Zuschauer manchmal fast den Atem anhält ob der unfassbaren Geschicklichkeit und Geschwindigkeit dieser Snowboard-Künstler. Natürlich gibt es auch eine Rahmenhandlung, die mit interessanten Fakten über den Wasserkreislauf des Nordatlantik-Drifts aufwarten kann und die Protagonisten nach Russland, Japan und Alaska in immer bizarrere Schneelandschaften führt. Neben den ausführlichen Action-Board-Sequenzen wird immer wieder auch betont, wie viel hartes Training hinter diesen Stunts steckt und wie wichtig der Respekt für die Natur ist. Das wirkt oft pseudophilosophisch, dient aber immerhin dem Zweck, jeden Amateurboarder vor ungebührlicher Nachahmung zu schützen. Man mag die Authentizität mancher Szenen in Zweifel ziehen, zumindest wirkt es manchmal irritierend, dass bei jedem schweren Sturz mit Lawine und Lebensgefahr eine oder mehrere Kameras dabei sind, die dann immer zuerst filmen anstatt zu helfen. Auf jeden Fall entfaltet The Fourth Phase auf der großen Leinwand seine volle Wirkung und bietet beste Unterhaltung für alle, die Adrenalinjunkies gerne bei ihrem Kampf um immer waghalsigere Manöver zuschauen.
