Arnie ist wieder einmal back.
Eigentlich hatte sich Drogenfahnder Ray Owens nach einem schiefgelaufenen Einsatz aus Los Angeles zurückgezogen, um im Kleinstädtchen Sommerton nahe der mexikanischen Grenze einen beschaulichen Lebensabend als Sheriff zu verbringen. Doch gemäß den Regeln des Actionfilms wird es nichts mit der Ruhe: Gabriel Cortez, „der gefährlichste Drogenboss seit Escobar“ flieht mit einem aufgemotzten Superauto (Rennfahren ist seine Leidenschaft) aus FBI-Gewahrsam in Richtung Mexiko. Zwischen Cortez’ schwerbewaffneter Söldnercrew und der Grenze stehen, nach diversen toten Gesetzeshütern, bald nur noch Owens und eine handvoll unerfahrener Hilfssheriffs. Möge der Shootout beginnen…
Das ist sie also, die erste Hauptrolle Arnold Schwarzeneggers seit Terminator 3 (2003). Auch wenn das schon schüttere Haupthaar suboptimal gefärbt ist und sein Gesicht unübersehbar von Falten geziert wird, tut Arnie auch in The Last Stand das, was er am besten kann und wofür die Fans ihn lieben: die Bösen abknallen und One-Liner aufsagen („I’m not gonna let that guy come through OUR town“). Allerdings ist die erste US-Arbeit des Südkoreaners Jee-woon Kim (I Saw the Devil) insgesamt eine halbgare Sache, die sich nicht so recht entscheiden kann, ob sie harter Actionfilm mit Westernanklang oder Komödie sein will. Gibt es anfangs noch Potenzial für Kleinstadt-Satire, gestalten sich vor allem die eher unaufregenden Actionszenen bis zur Ankunft der Bad Guys in Sommerton relativ zäh. Das größte Manko des Films ist der uncharismatische Bösewicht, den man bei kaum einer anderen Tätigkeit sieht als beim Autofahren.
Zum Glück gibt es ein paar Nebenfiguren, die etwas Farbe ins Geschehen bringen: So hat Peter Stormare als Söldner viel Spaß mit Südstaatenakzent, macht Forest Whitaker das Beste aus seinem FBI-Agenten, und ist Legende Harry Dean Stanton in einem Kurzauftritt als sturer Farmer vergnüglich anzusehen. Auch Johnny Knoxville als Waffennarr und Luis Guzmán als anfangs feiger Hilfssheriff sind für den einen oder anderen Lacher gut. Schade bloß, dass der talentierte Jee-woon Kim hier nur wenige seiner Einfälle einbringen kann, etwa, wenn sich Owens und Cortez eine Verfolgungsjagd in einem Maisfeld liefern und sich aus den Augen verlieren, obwohl sie nur wenige Meter voneinander entfernt sind, wie die Vogelperspektive enthüllt. Fans altmodischer Actionfilme und/oder der Steirischen Eiche sollten sich aber schon aus Gründen der Nostalgie gut unterhalten fühlen.
