The Watch – Nachbarn der 3. Art

The Watch – Nachbarn der 3. Art / The Watch

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Platt, plump, abgedroschen, unsäglich ärgerlich und vor allen Dingen: nicht lustig

Dabei hat es so ordentlich angefangen: Glenview ist der beschauliche Nabel der freien Welt gepflegter Vorgärten. Dann jedoch begegnet man Evan Troutwig (Ben Stiller), einem vereinsmeiernden, ordnungsfanatischen Streber, den der Mord am Nachtwächter der Costco-Filiale, deren Manager er ist, ärgerlicherweise davon abgehalten hat, sich weiter um die vorbildhafte Diversifizierung seines Bekanntenkreises zu kümmern. Nachdem sich das örtliche Polizeiduo selbst für The Watch-Verhältnisse als zu unfähig herausstellt, irgendwelche Ermittlungen anzustellen, sieht Troutwig es als seine bürgerliche Pflicht, einzuschreiten. Gemeinsam mit den eigentlich brauchbaren Schauspielern Jonah Hill, Vince Vaughn und Richard Ayoade ruft er eine unaufhörlich herumzickende Nachbarschaftsmiliz unorigineller Charaktere ins Leben. Wie sich zeigt, ist die Parodie der Parodie aus mehrerlei Gründen an dieser (wie auch anderer) Stelle keine Parodie, sondern lediglich die Überzeichnung der Überzeichnung von: nichts Gutem.

Die illustre Schar besteht aus einem minderbemittelten Mutter-söhnchen mit Waffenarsenal unterm Kinderbett (Hill), einem seine Familie hass-liebenden Vater, der viel Dampf abzu-lassen gedenkt (Vaughn) und dem seltsamen, eben aus England übersiedelten Ayoade, der einfach nur ein paar Mädels ins Bett kriegen will. Und dann kommen, wie sich aus dem Filmtitel mühsam enträtseln lässt, die Außerirdischen. Hurra.
Doch bevor man auch nur daran denken kann, sich vielleicht von einem klein wenig Action aus der humorlosen Hölle genital- und körpersaft-fixierter Witze erlösen zu lassen, erwarten einen Myriaden weiterer, im besten Falle lahmer, meist jedoch lähmender Punchlines, die, am Zwerchfell vorbei, direkt die Magenwände angreifen. Nun könnte man über die vom unbekannten Schrecken in Suburbia genährte Mittelstandsparanoia nachdenken; könnte ebenso versuchen, Parallelen zwischen Aliens in Supermärkten und ihren Kollegen von der Zombieabteilung zu ziehen, oder aber gleich den in Flammen und Alienglibber aufgehenden Großmarkt als untergehendes Mahnmal des ungebremsten Konsums zu verstehen versuchen. Vermutlich ließe sich auch eine durchaus schlüssige Untersuchung über körperliche als auch geistige Impotenz und die damit einhergehenden Ersatzhandlungen anstellen. Aber wozu? Nur äußerste, unabwendbare Umstände sollten dazu führen, sich zur gleichen Zeit am selben Ort mit diesem Film aufzuhalten. Denn im Fall von The Watch gibt es kein Happy End. Dabei hätte man es den Aliens so gegönnt.