Eli Craig inszeniert die lustigste und intelligenteste Horrorparodie seit langem.
Eine Gruppe College-Kids (allen voran die zuckersüße Katrina Bowden) macht in einem abgelegenen Wald Campingurlaub. So auch Tucker (Alan Tudyk) und Dale (Tyler Labine), zwei Freunde vom Land, die sich ihr erstes eigenes Ferienhäuschen geleistet haben und mit Bootfahren, Biertrinken und Fischen ein wenig dem Alltag entfliehen wollen. Der Plan misslingt, denn dank eines offensichtlich von schlechten Horrorfilmen geprägten Menschenbildes der Studenten werden Tucker und Dale vom ersten Zusammentreffen an als potenzielle Massenmörder abgestempelt, was in Folge zu den skurrilsten Situationen führt. Von ruhigen, erholsamen Ferien keine Spur.
Tucker & Dale vs Evil beeindruckt. Den Großteil der knapp eineinhalb Stunden verbringt man damit, sich vor Lachen im Kinosessel zu krümmen und zu versuchen, dennoch nichts zu verpassen. Es ist die perfekte Mischung aus Satire und ernstem Horror, die diesen Film so sehenswert macht. Tucker & Dale vs Evil ist eine gelungene Parodie auf das Horror-Genre, ohne sich jedoch bloß auf selbstreferenziellen Spaß zu beschränken. Klassische Themen (vom Gruselgeschichten-Erzählen am Lagerfeuer bis hin zum Nacktbaden bei Nacht und Nebel im See) werden genretypisch bedient und persifliert, altbekannte Klischees und Stereotypen sind auf erfrischende Weise umgedreht. Werden Jugendliche auf Sommerurlaub im Wald beispielsweise sonst meist gejagt, mutieren sie hier – zwar unfreiwillig, aber dennoch – zu Jägern und, mehr sogar, zu potenziellen Mördern. Die Hinterwäldler, die sonst immer das Böse verkörpern und versuchen, ihr schnödes Alltagsleben dadurch aufzupeppen, arme, unschuldige College-Studenten zu jagen, sind diesmal nicht nur äußerst liebe, gutmütige und hilfsbereite Kerle, sondern werden auch noch zu Gejagten und verstehen in Folge die Welt nicht mehr. Trotz oder gerade wegen der vielen grotesken Situationen und Ereignisse enthält Tucker and Dale vs Evil ein größeres Maß an narrativer Glaubwürdigkeit als viele der ernstgemeinten Ikonen dieses Genres.
Zahlreiche Pointen können vom aufmerksamen Zuschauer antizipiert werden, doch gerade das schafft einen eigenen Reiz. Denn so simpel der Plot erscheinen mag, so erfinderisch, ideenreich und mit Liebe zum Detail sind die Handlungsverläufe in Szene gesetzt – und so haben wir gerne das Gefühl, mitraten zu dürfen, was als nächstes passiert.
