Im Wiener Artis-Kino finden von 21. bis 23. Juni Ukrainische Filmtage statt. Die Filme werden mit deutschen bzw. englischen Untertiteln gezeigt. Veranstaltet wird die Reihe von der Gesellschaft Ukrainischer Jugend in Österreich (TUMA). Ziel ist es, dem Publikum das zeitgenössische ukrainische Kino vorzustellen. Das Programm ist vielfältig; es werden Lang- und Kurzfilme gezeigt.
Ein Highlight ist sicherlich Donbass von Sergej Loznitsa, der seine Premiere beim 71. Cannes Film Festival feierte und international sehr erfolgreich war. Mit schwarzem Humor erzählt Loznitsa vom Krieg in der Ostukraine. „In Donbass wird Krieg als Frieden bezeichnet, Propaganda als Wahrheit und Hass hat den Anspruch, Liebe zu sein. Eine Reise durch Donbass ist eine Reihe von verrückten Abenteuern, in denen sich das Groteske und das Tragische wie Leben und Tod vermischen“, so der Filmemacher.
Ein weiterer interessanter Beitrag ist das Biopic Meine Großmutter Fanni Kaplan von Olena Demyanenko. „Ich heiße Fanja Kaplan. Heute habe ich auf Lenin geschossen. Ich halte ihn für einen Verräter der Revolution“, sagt die junge Attentäterin 1918 bei dem Verhör durch die Geheimpolizei, die in der Folge einige Seiten aus der Akte Fanny Kaplans vernichtete. Warum das geschah, erfährt man unter anderem in dem Film.
Die Veranstalter haben auch einige Regisseure eingeladen, es wird Gespräche im Anschluss an die Filme geben.
Das Absurde als Realität
Artikel über das Filmschaffen in der Ukraine aus der „ray“ Printausgabe 02/2019

