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/slash einhalb

| ray Filmmagazin |

Bereits zum sechsten Mal gibt das Mini-Festival /slash einhalb am 3. und 4. Mai im Wiener Filmcasino einen konzisen Vorgeschmack auf das /slash Filmfestival Ende September: Nachdem das Haupt-Event seit letztem Jahr in gleich mehreren Wiener Kinos über 11 Tage stattfindet und mehr als 65 Filme präsentiert, wurde die kleinere Schwester-Veranstaltung auf 2 Spieltage verdichtet, an denen man durch die gesamte formale und inhaltliche Vielfalt und Extravaganz des internationalen Fantastischen Films surfen kann und soll. Das /slash einhalb ist einerseits Appetizer für alle Things To Come, andererseits aber auch eine eigenständige Veranstaltung, bei der sieben heiß erwartete Produktionen ihre Wien-Premiere feiern.

Für Gesprächsstoff sorgen wird ohne Zweifel der dänische Polit-Thriller Sons of Denmark, der im Jänner die Internationalen Filmfestspiele von Rotterdam eröffnet hat: Jung-Regisseur Ulaa Salim entwirft darin ein unheimlich zeitgeistig wirkendes und schockierendes Pandämonium zur gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Befindlichkeit vieler westeuropäischer Länder. Im Dänemark des Jahres 2025, ein Jahr nach einem verheerenden islamistischen Terroranschlag in Kopenhagen, ist eine rechtspopulistische Partei drauf und dran, die Wahlen zu gewinnen. Die rasant zunehmende Zahl rassistischer Übergriffe radikalisiert einen 19-Jährigen mit irakischen Wurzeln derart, dass er sich als Attentäter rekrutieren lässt: Er soll den künftigen, rechtsextremen Premierminister noch vor der Wahl ausschalten.

Das /slash einhalb setzt nicht zuletzt aufgrund der langjährigen Kooperation mit dem Crossing Europe Filmfestival in Linz einen Schwerpunkt auf europäische Produktionen wie Sons of Denmark: Daneben feiern aber auch Filme von anderen Kontinenten ihre Österreich-Premiere im Rahmen des Festivals. Darunter etwa der unlängst beim Sundance Filmfestival gezeigte Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile.

Zwischen 1974 und 1978 ermordete Ted Bundy mehr als dreißig Frauen: Viele von ihnen vertrauten dem gut aussehenden und charmanten Mann Anfang dreißig, dachten sich nichts dabei ihm zu helfen, ihn zu begleiten. Joe Berlinger, Spezialist für True Crime-Dokumentationen, situiert sein intelligentes Thriller-Drama im Hochspannungsfeld zwischen Bundys Verbrechen und dessen langjähriger Beziehung zur alleinerziehenden Mutter Liz Kendall, aus deren Perspektive der Film erzählt ist. Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile – so hat ein Richter Bundys Taten bezeichnet – ist eine abgründige Studie über die Wirkmacht von perfekt inszenierten Fassaden, denen man verfällt, selbst wenn die verwesende Seele dahinter bereits übel riecht.

Wer nach dem /slash einhalb – Pardon the pun! – Blut geleckt hat, der kann Österreichs größtes Festival des Fantastischen Films ab Anfang Mai erneut vermittels einer Crowdfunding-Kampagne unterstützen: Als Dankeschöns locken exklusives Merchandise wie T-Shirts, aber auch Fix-Karten für die gewöhnlich sehr schnell ausverkaufte Eröffnungsgala im Gartenbaukino oder der /slash-Pass, der Zutritt zu sämtlichen Vorstellungen des Hauptfestivals im September ermöglicht.

www.slashfilmfestival.com