Gelungene Modernisierung eines zeitlosen Klassikers
Joss Whedon ist dem Film- und Fernsehpublikum bisher vor allem als Drehbuchautor und/oder Produzent von innovativen, wunderbaren Serien wie Buffy the Vampire Slayer, Angel und vor allem Firefly, aber auch von Comic-Verfilmungen wie The Avengers – bei der er auch die Regie übernahm – ein Begriff geworden. Nun hat sich Whedon,der so ziemlich alles, was er anfasst, in vielfachem Sinn zu Gold macht, mit William Shakespeares „Much Ado About Nothing“ an einen überaus klassischen Stoff gewagt, und: Er hat gewonnen. Obwohl er, was die filmische Historie betrifft, in große Fußstapfen getreten ist, ruft man sich Kenneth Branaghs Version von 1993 in Erinnerung.
Whedon siedelte die Komödie mit ernsten Untertönen in einer Upper-Class-Gesellschaft der heutigen Zeit an und drehte den Film in nicht einmal zwei Wochen an jenem Ort, an dem er regelmäßig mit Freunden Shakespeare-Lesungen abhält – seinem eigenen Haus. Sowohl an der Geschichte als auch an der Sprache hat sich kaum etwas geändert: Leonato, der Gouverneur von Messina, empfängt in seinem Haus die erfolgreichen Heimkehrer eines Feldzuges, allen voran Benedikt, Claudio und Don Pedro, der seinen bisher verfeindeten Stiefbruder Don Juan besiegt und, quasi unter Hausarrest gestellt, mit nach Messina bringt. Während Benedikt und Beatrice, Leonatos Nichte, wieder ihren altbekannten Kampf der Geschlechter aufnehmen, verliebt sich Claudio in Leonatos Tochter Hero. Die beiden bekommen Leonatos Segen, und einer Heirat steht nichts mehr im Wege, wäre da nicht Don Juan, der eine hinterhältige Intrige inszeniert, um das Glück des jungen Paares zu zerstören und sich an seinem Bruder zu rächen. Die wahren Helden des Stücks wie auch des Films sind allerdings Benedikt und Beatrice, die sich in geistreichen Dialogen bekriegen, hier beeindruckend besetzt mit Alexis Denisof und Amy Acker.
Dass die beiden eine gemeinsame Vergangenheit in Form einer Affäre haben, wie wir ganz zu Beginn erfahren, ist ein kleiner Wermutstropfen; es gibt den Dialogen den Beigeschmack einer gewissen Trotzigkeit, die nicht notwendig gewesen wäre. Das Schwarzweiß unterstützt die elegante Optik des Films, die Songs wurden in eine großartige moderne Form gebracht. Auch die Idee, die Figur des Conrade von einer Frau verkörpern zu lassen, ist gelungen und spannend, wenngleich Textpassagen wie „I am a gentleman, Sir, and my name is Conrade“ dadurch etwas irritieren. Alles in allem ist es ein fein gestalteter Film, gemacht für Shakespeare-Fans und solche, die es noch werden wollen.
