Johnnie Tos neuer Film Du zhan (Drug Wars) lässt den Zuschauer nicht zur Ruhe kommen. Der Regisseur macht alles richtig, was man in einem Actionfilm richtig machen kann: Action am laufenden Band, nicht zu viel Emotion und ein sehr männlicher Hauptdarsteller. Nicht wirklich der typische Viennale-Film, möchte man meinen, wer jedoch auf asiatische Filme beziehungsweise Actionfilme im Allgemeinen abfährt, ist hier genau richtig.
Zu Beginn des Films wird der Zuschauer direkt ins Geschehen geworfen: Drogenschmuggel, ein in die Luft gesprengtes Drogenlabor und ein Kronzeuge, der auspacken möchte. Nun will das lokale Antidrogenkommando die lokalen Rauschgiftkönige ausheben und einbuchten. Dabei wird getäuscht, verkleidet und abgehört, vor allem in Hotels oder in einem Lieferwagen. Es bleibt klar erkennbar, wer der Gute und und wer der Böse ist – bis zum Schluss. Das klingt simpel, ist aber trotzdem unglaublich unterhaltsam.
Ich habe den Einruck, dass man eine derartige Storyline mittlerweile nur noch im asiatischen Genrekino zeigen kann. Eine Hollywood-Version würde generisch und austauschbar wirken. Drug Wars aber ist insofern exzellentes asiatisches Actionkino, als der Film die spezielle Mischung aus tragender Musik, charakteristisch stoischen, aber der Übertreibung nicht abholden Darstellern mit einer beträchtlichen Menge an Gewalt und Action balanciert.
Der Schluss des Films mag für einige Zuseher unbefriedigend sein, da einfach jede Figur in einer langen Schießerei, stirbt. Das Ende passt aber, auf eine gewisse Art und Weise, und verleiht dem Film das kleine Quäntchen Verrücktheit, das ein asiatischer Actionfilm braucht um sich gegen Die Hard 100 oder Fast and Furios 70 durchzusetzen.
Tipp: Besser ist es, sich weiter vorne im Kinosaal hinzusetzen. Das Geschehen und die wilde Kameraführung verdienen es, möglichst viel Platz auf der Netzhaut zu bekommen.
