„Grigris“ von Mahamat Saleh-Haroun
Mahamat Saleh-Harouns Film erzählt die Geschichte eines jungen Mannes namens Grigris im von Armut geplagten Tschad. Er lebt ein bescheidenes Leben. Sein Stiefvater ist Porträtfotograf und träumt davon, seinem Stiefsohn eines Tages das Unternehmen zu überschreiben. Seine Mutter ist Wäscherin. Grigris hat eine große Leidenschaft, und nicht mal sein totes Bein kann ihn davon abbringen: das Tanzen. Er tanzt in den Nachtclubs seiner Stadt, wird von allen geliebt und bewundert und verdient sich so hin und wieder ein bisschen dazu. Und verliebt ist er auch, in eine junge, schöne Prostituierte, die von einer Karriere als Model träumt.Als sein geliebter Stiefvater ins Krankenhaus muss und Grigris und seine Mutter für die Rechnung aufkommen müssen, nimmt sein Leben eine Kehrtwende. Er sucht nach Jobs, die schnell viel Geld einbringen und begibt sich dabei in große Gefahr. In größere Troubles kommt er, als er seinen Arbeitgeber bei einer Auslieferung um eine Ladung Treibstoff betrügt. Als ihm dieser seine Notlüge nicht abnimmt, wird der arme Grigris zum Gejagten. Eine Flucht ins Landesinnere beginnt.
Mit Grigris meldet sich das kontemporäre afrikanische Kino bei der Viennale – und glänzt mit Einfallsreichtum. Saleh-Harouns Film ist nicht nur von Anfang bis Ende spannend, sondern auch wirklich schön im wahrsten Sinne des Wortes. Afrikanische Ästhetik trifft auf durchdachte Dialoge und eine ausgeklügelte Storyline – und eine geballte Ladung Gesellschaftskritik. Die Charaktere sprühen vor Lebendigkeit, sind ansprechend gestaltet und schauspielerisch großartig dargestellt. Grigris lässt einen abtauchen in eine ferne Welt, die verständlich und farbenfroh präsentiert wird, und tut das ohne auf klassische Filme-über-Afrika-Klischees zurückzugreifen. Und trotzdem regt er zum Nachdenken an.
