Viennale-Blog 28

„Joe“ von David Gordon Green

| Max Paier |

Nicolas Cage soll mit Joe, in dem er den schrulligen Einzelgänger Joe spielt, nach einigen Jahren als mittelmäßiger Schatzjäger wieder zu alter Form zurückfinden. Und das gelingt ihm hier, trotz eines nur mittelmäßigen Films.
Als ich den Kinosaal verließ, hatte ich das Gefühl, dass Joe kein guter Film ist, konnte dafür aber partout keinen Grund nennen. Also hab’ ich mir zuerst überlegt, was an David Gordon Greens Film gut war: ein hervorragender Nicolas Cage, der hier endlich wieder einmal eine interessante Rolle spielt, ein guter Tye Sheridan, der mit Cage gemeinsam ein ungleiches, aber unglaublich sympathisches Duo bildet, und der von Armut gezeichnete Süden der USA, der als Setting für Joe dient.
Dann dachte ich darüber nach, was mir an Joe nicht gefallen hat: Die 08/15-Hollywood-Inszenierung mit Pseudo-Soundtrack (tiefes Synthesizer-Gedudel plus emotionale Geigen), die flachen, schlecht ausgearbeiteten Charaktere (nicht zu verwechseln mit der schauspielerischen Leistung) und die mäßig spannende, sehr vorhersehbare Handlung.
Aber das eigentliche Problem an Joe ist, dass er keinen Moment hat, der dem Zuschauer Tage danach noch im Kopf bleibt. Kein klassischer One-Liner, den man in 20 Jahren noch zitieren kann, kein tief bewegender Moment.
Joe
hinterließ mich weder mit einem positiven noch mit einem negativen Eindruck, und ich finde, dass David Gordon Greens Film Prince Avalanche weitaus sehenswerter ist.