„Rosso cenere“ von Adriano Aprà und Augusto Contento
Stromboli. Eine Insel einige Kilometer nordwestlich Siziliens. Doch Stromboli ist eigentlich nicht der Name der Insel, sondern des feurig schlagenden Herzens der Insel – und seiner Mitbewohner: eines aktiven Vulkans inmitten der Insel.
1950 wurde die Isola di Stromboli Schauplatz und Drehort des sagenumwobenen Rossellini-Films Stromboli mit Ingrid Bergman in der Hauptrolle. Heute, mehr als 60 Jahre und einige verheerende Vulkanausbrüche später, widmet das Dokumentarfilmmeister-Duo Contento/Aprà einen 60-minütigen Film dem heutigen Stromboli, dem Stromboli der Vergangenheit, dem Stromboli, an dem sich Rossellini und Bergman damals näher kamen und nicht zuletzt der Seele der Insel selbst. Der Film ist ein beeindruckendes Porträt der unwirklichen und in gewisser Weise unwirtlichen Isola – gespickt mit atemberaubenden Landschaftsbildern, zum Nachdenken anregenden Interviews mit Inselbewohnern aller Art und Alter und durchsetzt mit Ausschnitten von Film und Ton des Rossellini-Films und unbekannten 16mm-Aufnahmen aus Bergmans kleiner Handkamera, mit der sie ihrerzeit private Bilder des Vulkaninsel festhielt. Er ist nichts weniger als eine Liebeserklärung an Stromboli in all seiner Einzigartigkeit und versteckt in all seiner optischen und nicht zuletzt auch musikalischen Schönheit auch die eine oder andere Lebensweisheit der Einwohner und der doch schon bejahrten Regisseure.
Rosso cenere, oder Rote Asche, ist beeindruckend, wunderschön und mysteriös wie der glühende Westhang des Vulkans.
