Viennale-Blog 8

The Act of Killing

| Max Paier |

Als Erstes: Wer The Act of Killing von Joshua Oppenheimer nicht bis zur letzten Sekunde angesehen hat, hat den Film nicht gesehen. Erst das Ende macht den Film zu dem, was er ist.
Die Handlung von The Act of Killing erstreckt sich über fünf Jahre und begleitet hauptsächlich den Preman (indonesischer Gangster) Anwar Congo. Während der Militärdiktatur hat er Menschen legal und im Auftrag des Regimes umgebracht – Anwar allein über tausend, wie im Film behauptet wird.
Gemeinsam mit seinen Freunden und Mitgangstern besucht Anwar die Schauplätze seiner Verbrechen und stellt seine Taten stolz und sehr enthusiastisch nach.
The Act of Killing
wirkte auf mich so surreal und unwirklich, wie ein Besuch in einem Konzentrationslager – man kann sich das einfach nicht vorstellen, was da Schreckliches passiert ist.
Kein unnötiger Audiokommentar und keine direkten Interviews werden gezeigt. Nur das Leben der Thugs und Ausschnitte aus ihren Propagandafilmchen. Sie machen diese Doku so pur und konzentriert, dass man es fast nicht mehr aushält.
Joshua Oppenheimer hat mit The Act of Killing einen der interessantesten und intensivsten Dokumentarfilme auf der Viennale, zu bieten. Starke Nerven sind trotzdem zu empfehlen.