Filmkritik

War Dogs

| Andreas Ungerböck |
Todd-Phillips-Komödie mit angezogener Handbremse

 

Wer nach der fulminanten Hangover-Trilogie (2009 bis 2013) oder dem schon älteren Old School einen weiteren Schenkelklopfer von Regisseur Todd Phillips erwartet hat, der wird mit War Dogs möglicherweise nicht recht froh werden. Denn hinter der vordergründigen Komödie hat der Film einen durchaus ernsthaften Kern – Waffenhandel in großem Stil in Krisenregionen ist schließlich keine Kinderjause.

Lose basierend auf einem „Rolling-Stone“-Artikel von Guy Lawson, erzählt Phillips die mehr oder weniger wahre Geschichte der beiden aus Miami stammenden Twentysomethings Efraim Devioli (Jonah Hill) und David Packouz (Miles Teller). David verdient sein Geld als Masseur für betuchte ältere Herren und versucht, sich mit Seidenbettwäsche für Altersheime selbständig zu machen, was jedoch glorios fehlschlägt. Efraim ist sein nach außen hin freundlicher, aber reichlich zwielichtiger Highschool-Buddy, der es in Kalifornien – auf offenbar fragwürdige Weise – zu einigem Geld gebracht hat und nun in seine Heimatstadt zurückkehrt. Die beiden jungen Männer tun sich zusammen und werden Waffenhändler. Zunächst gelingt ihnen ein eher kleiner Coup, in dessen Verlauf sie einen Lastwagen voller italienischer Berettas von Jordanien nach Bagdad bringen müssen, später schaffen sie es, einen 300-Millionen-Dollar-Deal mit dem Pentagon an Land zu ziehen. Wie das geht? Offenbar gab es während der zweiten Bush-Amtsperiode eine einschlägige Website, auf der die U.S. Army ständig ihre Bedarfsliste uploadete, um auch „kleineren“ Waffenhändlern die Chance zu bieten, mit der Regierung ins Geschäft zu kommen. Im Falle von David und Efraim sind das unter anderem stattliche 160 Millionen AK47-Patronen, mit deren Hilfe die afghanische Armee im Kampf gegen die Taliban aus- und aufgerüstet werden soll.

Es wäre keine Komödie, würde das vermeintliche Bombengeschäft nicht auf haarsträubende Weise schiefgehen, würde es nicht falsche Freunde und betrogene Gauner geben. Das ist alles durchaus flott und zügig inszeniert und streckenweise auch recht lustig, und die beiden Hauptdarsteller haben auch sichtlich ihre Freude daran. Die Show gestohlen wird ihnen allerdings von Bradley Cooper, der in wenigen Kurzauftritten wortkarg, aber effektvoll einen der wirklich bösen Jungs mimt. Weit weniger gelungen ist hingegen der ganze Handlungsstrang mit Davids Frau Iz (Ana de Armas), der klischeehaft und blass bleibt. Dass eine derartige Häschen-Frau in dieser Männerwelt überhaupt vorkommt, wirkt ausgesprochen alibihaft.