Warren Beatty – Eine Hommage in Bildern

Being Warren Beatty

| Michael Pekler |

Zum 70. Geburtstag von Warren Beatty möchte man sich den Schauspieler noch immer so vorstellen, wie ihn sein Biograf David Thomson beschrieben hat: als Mann, der mehr von uns weiß, als wir von ihm wissen.

Eines der besten Bücher über den Schauspieler Warren Beatty muss ohne die Unterstützung von Warren Beatty auskommen. David Thomsons außergewöhnliche Biografie Warren Beatty and Desert Eyes umkreist ihren Gegenstand eher, als dass sie sich ihm nähert. Zwar geht Thomson in einzelnen Kapiteln auf Filme und Lebensabschnitte des Schauspielers ein, jedoch nur, um diesen immer wieder aus den Augen zu verlieren. Das mag bei jedem anderen Starschauspieler in höchstem Maße irritieren, bei Warren Beatty jedoch funktioniert anscheinend gerade ein derart unorthodoxer Zugang am besten: als eine Geschichte über Geschichten.

Denn Warren Beatty ist selbst jemand, der mit Filmen Geschichte schreiben will, der seinen Einfluss geltend macht, wo er nur kann, der schreibt und produziert, der Filmpartnerinnen aus- und wieder abwählt. Das wiederum passt hervorragend zum so legendären wie langweiligen Ruf des Frauenhelden, der ihm zeitlebens (oder wenigstens seit seinem Leinwanddebüt 1961 in Elia Kazans Splendor in the Grass) vorauseilt und über den sich heute sogar Woody Allen lustig machen kann. Über Warren Beatty weiß jeder etwas zu erzählen, und doch hat man das Gefühl, dass ihn im Grunde niemand kennt, dass von der Person Beatty, sooft sie auch auf einer Leinwand auftauchen mag, nichts Greifbares zurück bleibt.

„Everyone ,knows’ him, but wonders what is there“, schreibt David Thomson, und er greift einen schönen Vergleich auf: „Imagine Jack Nicholson and Warren: I can hear Nicholson’s stomach rumbling: he farts and chuckles at the sweet afterburn of last night’s gingered lobster. But Warren sits in shadow, perched on the edge of a Bauhaus chair, still, tense, poised. He is so paranoid, so intelligent, he knows we are there.” Und so eigenartig es auch klingen mag: das ist ein Bild von Warren Beatty, das man sich gerne vorstellt.