Besser als auf Moorhühner zu ballern: Spaß mit Untoten
Da sage noch eine/r, Hollywood könne keine guten Fortsetzungen machen. Ruben Fleischers Sequel zu seinem niedrig budgetierten Action-Horrorspaß mit Starbesetzung aus dem Jahr 2009 macht vor, wie es geht: Man erzähle einfach das Gleiche noch einmal, nur anders. Das hat schon bei 21 Jump Street bzw. 22 Jump Street hervorragend funktioniert, und das tut es auch hier, immer vorausgesetzt, man geht als Zuschauer/in nicht grundsätzlich in den Keller lachen. Lustig ist schon der Beginn, wenn die Columbia-Pictures-Logo-Statue im Vorspann von Zombies attackiert wird.
An der Ausgangssituation hat sich nicht viel verändert: Columbus und Wichita (immer noch ein Paar) sowie Tallahassee und Little Rock streifen immer noch durch ein postapokalypisches, zombieverseuchtes Amerika. Die Suche nach Überlebenden haben sie mehr oder weniger aufgegeben. Sie sind im desolaten Weißen Haus einquartiert, was den Drehbuchautoren reichlich Gelegenheit bietet, ihren Witz zu beweisen. Und doch, zwei Sachen sind anders: Das Budget des Films ist ganz offensichtlich höher (doppelt so hoch, wie um dem Titel gerecht zu werden), und die Zombies haben mächtig aufgerüstet und sind wesentlich widerstandsfähiger geworden, weshalb die robustesten von ihnen von den wackeren Zombiejägerinnen und -jägern inzwischen „T-800“ genannt werden. Die Referenz an Terminator ist nicht der einzige Bezug zur Populärkultur, auch Walking Dead (und vieles andere) kommt spaßig vor. Schließlich kommen die Dinge in Bewegung, als Tallahassee und Columbus in einer Shopping Mall doch noch eine sehr blonde Überlebende (großartig: Zoey Deutch) entdeckt haben und nachdem Wichita und Little Rock beschlossen haben, ihre Männer zu verlassen. Man trifft sich aber bald wieder, eh klar, diesmal im völlig heruntergerockten Graceland bzw. in der Hound Dog Bar nebenan, die von der wunderbaren Rosario Dawson betrieben wird. Der Elvis-Mythos samt Blue Suede Shoes bietet ausreichend Stoff für weitere hübsche Drehbucheinfälle.
Ein Schlenker noch hin zu Jordan Peeles Us (Tallahassee und Columbus begegnen ihren „Doubles“), dann geht es schon auf zum großen Showdown in einem (noch) zombiefreien Hippie-Camp, das unschwer als Variante des Pacific Playland aus dem ersten Teil zu erkennen ist. Schier unübersehbare Horden an Zombies rücken an, und der gelebte Pazifismus der Hippies (Waffen werden nicht geduldet bzw. am Eingang eingeschmolzen und zu Peace-Amuletten geschmiedet) stellt unsere vier Heldinnen und Helden vor eine Herausforderung. Aber mit vereinten Kräften, Improvisationstalent und einem Utensil, das noch aus dem Weißen Haus stammt, schaffen sie es dann doch, der Zombieplage Einhalt zu gebieten.
Und wo bleibt Bill Murray als Bill Murray? Der kommt erst im Nachspann, und sitzenbleiben lohnt sich wirklich. Dass er im ersten Teil auf Grund eines dummen Missverständnisses verstorben ist, macht gar nichts. Die hervorragenden Drehbuchautoren haben auch dafür eine Lösung gefunden.
