Wie jedes Jahr wird auch heuer eine bunt gemischte Kinderjury über die Siegerfilme des internationalen Kinderfilmfestivals entscheiden.
Auch die nunmehr 31. Ausgabe des Internationalen Kinderfilmfestivals legt die Entscheidung über die Preisvergabe hochoffiziell in die Hände seiner Zielgruppe selbst: Vier Mädchen und drei Buben verleihen sowohl den Preis der Kinderjury als auch den UNICEF-Preis. Erstmals wird die Jury von Annelies Cuba und Nina Eisterer betreut. Anhand von im Vorfeld erarbeiteter Beurteilungskriterien werden alle Wettbewerbsfilme gemeinsam mit aufmerksamem Blick erlebt und in täglichen Sitzungen diskutiert, wobei die dabei entstehenden Filmkritiken schlussendlich in den drei Festivalkinos als Aushang und auf der Website www.kinderfilmfestival.at zur Nachlese dargeboten werden.
Man darf gespannt sein, welche Anwärter die siebenköpfige Nachwuchsjury in der großen Endbesprechung zu Siegern kürt, denn bei aller Filmbegeisterung, die sämtliche Mitglieder eint, versprechen die Vorlieben der Einzelnen doch die eine oder andere hitzige Debatte. So zählen Juror Friedrich und sein Kollege Julius mit den Superhelden-Spektakeln Captain Marvel und Doctor Strange beziehungsweise Spielbergs VR-Referenzfeuerwerk Ready Player One geballte Action zu ihren Favoriten, während die Kinotrailer-affine Leonie mit dem Musical Annie und die Elfjährige unter Zwölfjährigen,
Johanna, mit dem Roadmovie Thilda und die beste Band der Welt (im Vorjahr auch im Wettbewerb des Kinderfilmfestivals) Geschichten voller Gefühl und Musik als ihre Lieblingsfilme angeben.
Dass, entgegen dem Klischee,sehr wohl auch beides geht, zeigt Mona: Platz eins auf ihrer Bestenliste teilen sich Mamma mia!, Guardians of the Galaxy und – obwohl sie die Dunkelheit eines Kinosaals mag, Schreckmomente jedoch weniger – der Klassiker Jurassic Park. Bei Jason und seiner Kollegin Leonie, denen sowohl die Vorliebe für guten Sound wie auch das Lieblingskino – wie treffend: das auch für das Festival genutzte cinemagic in der Urania – gemeinsam sind, stehen aktuell das Familienabenteuer Operation Arktis (Jason, neben Harry Potter) und das Liebesdrama Drei Schritte zu dir am höchsten im Kurs. Einer interessanten Gruppendynamik und angeregten Jury-Diskussionen steht angesichts dieser bunten Zusammensetzung wohl nichts im Wege.
Neben ihrer ehrenvollen Aufgabe, es sich heuer nicht bloß in den Kinosesseln gemütlich zu machen, sondern das Gesehene und Erlebte auch zu bewerten, freuen sich alle Auserwählten auch auf und über die gegenseitige Bekanntschaft. Zwar wird man sich nicht nur hinsichtlich des Filmgeschmacks miteinander einigen, sondern auch die ein oder andere weitere Diskrepanz überwinden müssen – über das Verzehren von Knabberzeug während einer Kinovorstellung herrscht zum Beispiel teilweise ebenso große Uneinigkeit wie über Genrepräferenzen –, doch es darf mit Zuversicht gesagt werden, dass neben der Pflicht des Kürens auch noch ein nicht minder wichtiges Ziel erreicht werden wird: als Jurymitglieder in das Kinderfilmfestival hineingegangen zu sein und am Ende als neu gewonnene Freunde wieder hinauszugehen.
In diesem Sinne empfiehlt es sich für alle, die heuer nicht dabei sein konnten, also gleich doppelt, sich schon während des aktuellen Kinderfilmfestivals für einen möglichen Platz in der Kinderjury 2020 anzumelden.
