Ein Kinderfilm, der sich auf beeindruckend unbeschwerte Art und Weise mit dem Thema Alzheimer auseinandersetzt.
Endlich hat Romys Mutter einen neuen Job, und darüber freut sie sich sehr. Im Gegensatz zu ihrer zehnjährigen Tochter. Denn die muss nach der Schule jetzt immer zu ihrer Großmutter Stine, die Romy überhaupt nicht leiden kann. Denn die ist keine liebe alte Oma, die einem Geld und Schokolade zusteckt, sondern eine strenge Dame, die Romy wegen jeder Kleinigkeit anmeckert.
Nach anfänglichen Startschwierigkeiten beginnen die beiden sich einander anzunähern und Romy darf sogar Stine in den heiligen Hallen ihres Friseursalons helfen. Dabei fällt Romy auf, dass ihre penible Großmutter immer mehr Sachen verlegt und sich auch bei der Abrechnung immer häufiger vertut. Das dies nicht an ihrem Alter, sondern an einer Krankheit liegt, erfährt Romy erst, nachdem auch ihre Mutter die Vergesslichkeit von Stine auffällt.
Alzheimer ist ein sehr ungewöhnliches Thema für einen Kinderfilm. Und wenn demente Menschen in Kinderfilmen vorkommen, dann sind es meist lustige Alte, die sich verlaufen oder Dinge verwechseln und mit ihrer Vergesslichkeit dem Film eine humoristische Note verleihen sollen. Bei Mischa Kamp (Interview) ist das anders. Denn in ihrem Film werden demente Menschen nicht auf ihre Vergesslichkeit und ihre abstrusen Ideen reduziert. Stattdessen zeigt sie, was es bedeutet, wenn ein Familienmitglied an Demenz erkrankt ist. Natürlich kann es zu komischen Situationen kommen, weil der Betroffene nicht mehr weiß, wie man sich im öffentlichen Raum bewegt und dass ein Pyjama nicht die passende Kleidung für die Besitzerin eines Friseurladens ist.
In den meisten Fällen ist es für die Familienangehörigen jedoch einfach nur bedrückend, zu sehen, wie sehr der Mensch sich selbst und sein gewohntes Leben vergisst. Auch weil man weiß, dass sich derjenige irgendwann nicht mehr an das gemeinsame Leben erinnernt wird und somit auch ein Teil des eigenen Lebens für immer verloren ist. Gleichzeitig – und das ist wohl das Schönste an diesem Film – zeigt die Regisseurin auch immer wieder, dass in jeder schweren Zeit auch die Chance innewohnt, einander näherzukommen. So nahe, wie man es zuvor vielleicht noch niemals war.
