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James Cameron ist so etwas wie der König der Sci-Fi-Sequels: Hatte er bereits mit Aliens (1986) eine grandiose Fortsetzung zu Ridley Scotts Meisterwerk Alien (1979) gedreht, so schloss er mit Terminator 2: Judgment Day auf brillante Weise an seinen Durchbruchsfilm Terminator (1984) an. Und damit das gleich zu Beginn gesagt ist: Es gibt nur zwei gute (d.h. echte) Terminator-Filme – und bei beiden saß Cameron auf dem Regiestuhl. Was danach kam, wurde von Film zu Film erbärmlicher, weichgespülter und politisch korrekter – bis hin zum hoffentlich letzten Film der Reihe, Terminator: Dark Fate aus dem Jahr 2019 (von Fans der Vorgängerfilme gern als „Woke Fate“ verspottet). Doch zurück zu den guten Filmen.
Die Story um einen Killerrandroiden aus der Zukunft (Arnold Schwarzenegger), der ins Los Angeles der achtziger Jahre geschickt wird, um Sarah Connor (Linda Hamilton), die Mutter eines noch zu gebärenden Widerstandskämpfers gegen die Herrschaft der Maschinen zu töten, schien in Teil 1 eigentlich perfekt auserzählt, die Schlusspointe – der ebenfalls aus der Zukunft zurückgereiste Beschützer Connors, Kyle Reese (Michael Biehn), wird schließlich zum Vater des Widerstandskämpfers – rundete die Sache auch mit einem schönen Zeitparadoxon ab. Sogar Andrei Tarkowkij war ein Fan des Films – und das heißt etwas.
Cameron, in den Achtzigern und frühen Neunzigern wohl auf dem Höhepunkt seiner Action-Schaffenskraft, fand jedenfalls einen Weg, die Dinge sehr clever fortzuführen: Das lag unter anderem daran, dass er den Terminator hier zur Beschützerfigur machte, was für nette Dynamik zwischen ihm und Schützling John Connor (Edward Furlong) sorgte. Wenn John dem Terminator etwa sagt, dass er niemanden töten dürfe und dieser den Gegnern daraufhin in die Beine schießt („They will live“), ist das Humor, wie ihn ein guter Schwarzenegger-Film braucht. Die Szene zu Beginn, wo der nackte Arnie eine Biker-Bar betritt, ist ohnehin ein Brüller. Der Figur der Sarah Connor wurde eine schöne Weiterentwicklung zuteil – war sie in Teil eins noch relativ schutzlos, ist sie hier eine von allen für verrückt gehaltene, aber umso toughere Kämpferin, die scheinbar zu allem bereit ist, um die Vernichtung von großen Teilen der Menschheit zu stoppen. Der böse Flüssig-Terminator (eisig gespielt von Robert Patrick) ist aus mehreren Gründen sehr effektiv: Die Spezialeffekte, die ihn beim Formwandeln zeigen, waren absolut revolutionär und veränderten die Sehgewohnheiten damals nachhaltig; zudem wirkte die gewählte Gestalt des Bösen – ein äußerlich unauffälliger Polizist – umso bedrohlicher. Auch wird die Frage nach der Unabänderlichkeit des Schicksals geschickt eingeflochten – die späteren Teile verstrickten sich immer mehr im sich widersprechenden Zeitreisechaos. Wie Aliens ist Terminator 2 ein gelungener Hybrid aus Action, Science-Fiction und Kriegsfilm-Elementen.
Die Computereffekte wurden damals übrigens nur homöopathisch eingesetzt, was für einen noch größeren Wow-Effekt sorgte. Vielmehr setzte Cameron – wie später Spielberg in Jurassic Park (1993) – auf einen Mix aus CGI und praktischen Effekten. Die Szene etwa, in der der T-1000 die Gestalt eines Wachmanns kopiert, wurde mit Zwillingen gedreht. Und dann ist da natürlich die packende Action: Besonders ikonisch wurde wohl die Verfolgungsjagd durch einen Hochwasserschutzkanal mittels Lastwagen (von dem nicht mehr viel übrig bleibt) und Motorrad.
War Teil 1 ein Überraschungserfolg gewesen, mit dem nicht einmal Schwarzenegger gerechnet hatte, so wurde Teil 2 zum Eventfilm des Sommers 1991: Mit einem damals unerhörten Budget von 100 Millonen Dollar gedreht und von einem großen Medienecho begleitet, gab es einen gewaltigen Terminator-Hype, der sich sowohl in harten Dollars als auch in Preisen niederschlug: Neben vier Oscars in den Effekte-Kategorien gab es unter anderem auch eine Goldene Nica des renommierten Linzer Computerkunstfestivals Ars Electronica (um neben der „Steirischen Eiche“ noch einen zweiten Österreich-Bezug dabei zu haben).
Wie schon im Fall von Alien und Aliens konnten Fans darüber streiten, welcher Teil denn nun der bessere sei. Was für ein Luxus, wenn man sich die späteren Teile – übrigens auch der Alien-Franchise – ansieht! Grob vereinfacht könnte man sagen: Wer klassischen Horror bevorzugt, sieht sich Alien und Terminator an, wer eine höhere Action-Dosis braucht, greift zu den jeweiligen Anschlussfilmen.
