Der schnellste Mann der Welt läuft wieder. Manches zieht sich dabei trotz des hohen Tempos etwas in die Länge, der Gesamteindruck ist aber weiterhin ein unterhaltsamer.
Lange schien es, als würden nur noch Superheldenfilme die Kinos füllen. Bis die Pandemie kam. Fans des Genres mussten sich also mit Streaming begnügen, bekamen auf diesem Weg zuletzt aber eher schwache Spielfilmkost geliefert (darunter der geradezu schwachsinnige Wonder Woman 84). Auch bei der Superhelden-TV-Kost ist vieles nach langer Laufzeit schon recht durchwachsen (oder auch schon nach kurzer Laufzeit, siehe die grotesk schlechte Batwoman). Zu den sympathischeren dieser Serien gehört seit 2014 The Flash (der Titelheld stammt wie Wonder Woman und Batwoman aus dem DC-Universum): In ihren besten Momenten bot die Serie einen netten Mix aus Action, Science-Fiction, Humor und Lovestory. Kurzweiliges Vergnügen, das Nerds erfreute – so inszenierte etwa Nerd-Gott Kevin Smith drei Episoden –, aber auch den sogenannten „casual viewer“ bei Laune hielt. Mit der Zeit wurde die Serie aufgrund von diversen Timelines und Paralleluniversen (Flash kann aufgrund seiner hohen Geschwindigkeit die „Zeitmauer“ durchbrechen) zunehmend komplex; komplette Neueinsteiger werden es mittlerweile also eher schwer haben, den Überblick zu bewahren.
Während die siebte Staffel gerade anläuft, ist die sechste nun auf Disc erschienen. Allgemein und spoilerfrei sei gesagt, dass es wie bereits in vorherigen Staffeln um alternative Timelines und deren Konsequenzen geht. Zudem hat man den bisher düstersten Ton bislang angeschlagen: Der Held droht seine Kräfte zu verlieren und muss eine familiäre Katastrophe verarbeiten, zudem kommt eine kosmische Bedrohung auf die Erde zu. Manche Punke der Handlung sind dabei etwas zu sehr in die Länge gezogen und die eine oder andere Episode erscheint als bloße Werbung für das größere DC-(TV-)Universum. Doch überwiegt insgesamt die Zahl der gelungenen Episoden. Dazu gibt es auch in dieser Staffel wieder einen Gastauftritt des großartigen Hollywood-Narbengesichts Danny Trejo. Der größte Trumpf bleibt aber weiterhin Hauptdarsteller Grant Gustin, der dem schnellsten Mann der Welt auch mit mittlerweile 31 Jahren noch jungenhaften Charme zu verleihen imstande ist, aber auch in dramatischen Momenten zu überzeugen weiß. Fazit: empfehlenswert für Fans, die bis hierher dran geblieben sind.
Die Bildqualität der getesteten Blu-ray ist tadellos, das Bonusmaterial beinhaltet unter anderem eine nette Film-noir-Episode.
